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StarCraft II

Nicht vieles begleitete und begeisterte mich über so viele Jahre wie StarCraft II. Auch wenn ich zu Anfang mehr Zeit für das Hobby aufbringen konnte als heute, so möchte ich doch ein wenig in Erinnerungen schwelgen und Vergangenes noch einmal aufleuchten lassen.

Wie alles begann…

Als StarCraft II im Jahr 2010 erschien, begann ich gerade mein Studium in Bremerhaven. Ich war neu in der Stadt, kannte kaum jemanden und hatte – aus einem kleinen Dorf kommend – zum ersten Mal Zugriff auf schnelles Internet. So schnell, dass man sogar YouTube Videos gucken konnte, ohne sie zum Laden eine halbe Stunde zuvor öffnen zu müssen! (Ich weiß, unglaublich!) Auf YouTube war es Sebastian “HomerJ” Schenck, der mich an StarCraft II heranführte und mit “Fleischpeitschen” und “Kullerkäfern” unterhielt.

Neben HomerJ gab es noch einige andere Streamer und Kommentatoren, die ich viel und gerne schaute. Zunächst war da Sean “Day[9]” Plott, den HomerJ oft als Vorbild und Inspiration anführte. Meine Englischkenntnisse waren noch sehr mittelmäßig, dennoch wurde Day[9] schnell zu meiner favorisierten Anlaufstelle in Sachen StarCraft Unterhaltung. Day[9] war und ist einfach ein hervorragender Entertainer und Geschichtenerzähler, was ihn auch abseits von seinen StarCraft Videos glänzen lässt. Er ist mit seinen Shows auch heute noch erfolgreich, allerdings zeigt er schon lange kein StarCraft mehr. Aber da er immer wieder auch Shows zu Magic: the Gathering macht, kann ich ihm das verzeihen. 😉

Das HomerJ Projekt erlebte später (2011?) noch einmal einen Aufschwung mit dem Dazustoßen von Niklas “AiHonor” Behrens. Der damalige Student und Grandmaster Protoss ergänzte HomerJs unterhaltsamen Kommentar mit dem nötigen Fachwissen und brachte so nochmal ein bisschen mehr Qualität in die StarCraft Streams. 2013 trennte sich Honor von HomerJ und gründete seine eigene Plattform Bonja. Ob das damalige Ziel einer StarCraft Schule jemals erreicht wurde, darüber lässt sich sicherlich streiten. Nichtsdestoweniger besteht Bonja auch heute noch als Twitch Stream und glänzt mit guter Unterhaltung und allerlei Spielen, manchmal auch noch mit StarCraft II.

Honer und HomerJ auf dem damaligen YouTube Kanal. Die Webseite HomerJ.de und das selbst entwickelte Videoportal scheinen nicht mehr zu existieren. Insgesamt ist es schwierig alten Content und Informationen zum Ende von HomerJ zu finden. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit unterschlagendem Preisgeld.

Und dann gab es da noch Dennis “TaKe” Gehlen. Zugegebenermaßen, seine Streams habe ich eigentlich nie geguckt. Dennoch gab es ein Event, auf das ich jedes Jahr hin fieberte: Den HomeStory Cup! Das Erfolgsgeheimnis war so einfach wie genial. Statt großer Bühne und aalglatten Moderationen von Hochleistungskommentatoren fand alles kuschelig auf engem Raum und mit Pro-Spielern als Kommentatoren statt. Die transportierte Heimlichkeit und seinen Lieblings-Pro mal in einem anderen Licht zu sehen, machte die Sympathie der Veranstaltung aus. Ich erinnere mich noch heute an ein Spiel, das von MC und ein paar anderen Koreanern kommentiert wurde. Ich verstand zwar kein Wort, und auch vom Spiel habe ich nicht viel mitbekommen, aber ich fühlte mich trotzdem bestens unterhalten!

Der eigene Stream

Ich weiß nicht mehr, wann ich selbst mit dem Streamen angefangen habe. Aber ich weiß noch warum! Eigentlich wollte ich nur einen Freund am 1vs1-Laddern teilhaben lassen und eine Zuschauerfunktion gab es nicht. Also startete ich einfach einen Stream, damals noch bei Justin.tv. Da der Stream öffentlich war, fanden ihn auch andere Leute und schrieben fleißig in den Chat. Ich hatte Spaß an der Interaktion und daran, andere zu unterhalten, daher begann ich, regelmäßig zu streamen. Zu meiner besten Zeit, in der ich fast täglich streamte, erreichte ich stabil ca. 100 Zuschauer und veranstalte sogar Turniere auf einer dafür zusammengebastelten Webseite.

Ein Klassiker und eines der wenigen Überbleibsel meiner Streaming Zeit. Justin.tv wurde irgendwann zu Twitch.tv und alten, aufgezeichneten Streams wurden gelöscht.

In dieser sehr aktiven Zeit erreichte ich auch meine beste Leistung in StarCraft II. Ich würde sie als “fast Master” bezeichnen. Auch wenn die meisten meiner Gegner am Ende in der Master League spielten, erreichte ich selbst nur die Diamond League. Ich hätte wohl noch ein bisschen länger spielen müssen, in der nächsten Season hätte es sicherlich geklappt. Aber das Studium machte mir einen Strich durch die Rechnung. Die nächste Klausurenphase stand an und beendete meine StarCraft Karriere. 😉

Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber all das muss noch in der Zeit von Wings of Liberty gewesen sein. Achja, Wings of Liberty… Starten mit sechs Drohnen. Viel zu kleine Karten. Und dann die Charaktere aus der Zeit: Der herzensgute Dimaga. “Special Tactics” White-Ra. Stephano, der zum Ende von Wings of Liberty das Spiel quasi komplett dominierte, und seine Siege zu feiern wusste. Ob mit 200 Supply Roach Push oder Broodlord & Infestor Lategame. Und natürlich nicht zu vergessen, der Allzeit Publikumsliebling TLO, der aber, wie viele andere, auch heute noch aktiv ist.

Diesmal musste er wohl nicht den Grill bedienen: White-Ra auf dem HomeStory Cup 20.

Die Zeit nach dem Stream

Gefühlt ist es etwas ruhiger um StarCraft II geworden. Echtzeitstrategie war noch nie das beliebteste Genre und die Kids von heute spielen wohl eh lieber Kram auf dem Smartphone. Ich spiele hin und wieder mal gerne eine Runde, allerdings merkt man, dass StarCraft viel Übung erfordert. Wenn man die Routine nicht hat, wird man schnell mal weggeputzt. Und Blizzards Matchmaking nimmt auf die Auszeit leider nicht viel Rücksicht, was die ersten Spiele immer sehr schwierig macht. Trotzdem, wenn man ein paar Tage durchhält, ist man schnell wieder drin und findet auch schnell wieder Spaß am Spiel.

Zu guter Letzt möchte ich noch ein Projekt erwähnen, was mir viel Freude bereitet hat, da ich auch großes Interesse an Machine Learning habe. AlphaStar ist ein Projekt von Googles DeepMind Team, das zuvor auch schon mit AlphaGo Aufsehen erregt hat. Nur diesmal sollte der Computer StarCraft II perfektionieren. Und ich denke, das haben die Leute auch ganz gut hingekriegt. 🙂 Für alle Interessierten gibt es einen ganzen Stapel von Replays, in denen AlphaStar Master und Grandmaster Spieler in der EU Ladder zerlegt. Aber auch auf YouTube gibt es tonnenweise Content zu AlphaStar.

In der ersten Demonstration noch mit lächerlich gutem Micro: AlphaStar gegen TLO.
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Magic

Fast gut: Lone Rider

Es gibt Karten, die sind gut. Und dann gibt es Karten, die sind eigentlich auch gut, aber irgendwie fehlt das letzte bisschen Support, um sie spielbar zu machen. Mein Kandidat für eine spielbare Karte, wenn man nur die richtige Shell findet: Lone Rider

Ich erinnere mich, Lone Rider vor langer Zeit schonmal in einem White Weenie Deck getestet zu haben, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Daher versuche ich es diesmal mit… Hateless Hatebears? Death without Taxes? Hier ist mein Versuch.

In dem Deck finden sich jede Menge Karten mit eingebauter Healing Salve, um Lone Rider schnell flippen zu können. Auch das Stoneforge Mystic Paket hat sich sehr gut angeboten. Die Schwerter lassen Lone Rider nicht nur flippen, der erstschlagende und trampelnde Reiter ist auch ein hervorrangender Träger eben jener Equipments.

Insgesamt spielt sich das Deck okay und es gibt ein paar nette Interaktionen, allerdings gibt es mit Dark Confidant und Stoneforge Mystic auch 2-Drops, die man eigentlich lieber on curve spielen möchte. Der richtige Platz für Lone Rider ist wohl doch noch nicht gefunden… 😉

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Mill them, or kill them!

Der Mill-Archetype war schon immer einer meiner Favoriten. Mill war auch mein erstes, richtiges Deck und soll daher auch das erste Deck sein, was in diesem Blog zur Schau gestellt wird.

Meine erste Iteration, “Gently Milling”, war schon hart Budget und feature’te Karten wie Wight of Precinct Six, Consuming Aberration und natürlich Traumatize. Das Deck war entsprechend bock-langsam, und das in einer damals “unrestricted” Umgebung! Ob ich auch ab- und zu mal ein Match für mich entscheiden konnte, weiß ich schon gar nicht mehr. Aber ich weiß noch genau, dass ich mich wie ein Kind über jeden resolve’ten Millspell gefreut habe! So gesehen, hat sich seit jeher nicht viel geändert… Nur das Budget wurde etwas angehoben.

Mein Modern UB Mill Deck, Stand Mai 2020

Nachdem mein Mill Deck längere Zeit in der Ecke lag, spielte ich es zuletzt wieder gerne. Der Grund ist eine unscheinbare Ergänzung, die dem Deck schnell einen Twist verleihen kann: Vantress Gargoyle. Zusammen mit Jace’s Phantasm hat das Deck nun acht günstige Kreaturen, die schnell mal fünf Schaden in der Luft drücken können und damit einen zweiten Angriffsvektor neben dem hauptsächlichen Millplan darstellen.

Leider ist Mill für Modern dennoch nicht gut genug. Das große Problem ist, dass viele Decks auf Graveyard Interaktion setzen und Mill damit erst einmal hilft, bevor es schadet. Das Musterbeispiel ist sicherlich Dredge – hier schmerzt jeder Millspell wie eine Lava Axe in das eigene Gesicht.

Zuletzt ließ sich selbst Uro, Titan of Nature’s Wrath in Sultai Mill finden. Da man sich mit Mesmeric Orb eh auch selbst millt, drängt sich der zur Zeit allgegenwärtige Titan nahezu auf. Sicherlich ein Build, den ich bei Gelegenheit auch mal ausprobieren muss…